Forschungs- und Entwicklungsprogramm
Elternschaft entwickelt Skills. Wir machen sie sichtbar.
Der Parental SkillScan · PSS beschreibt mögliche elterliche Skills differenziert und untersucht, unter welchen Bedingungen Erfahrungen aus Familie und Care beruflich anschlussfähig werden. Nicht pauschal. Sondern reflektiert, theoriegeleitet und kontextbezogen.
01 — Leitfrage
Nicht Elternsein messen. Entwicklung sichtbar machen.
Der PSS untersucht nicht, ob Eltern grundsätzlich „besser“ sind. Er schafft eine Sprache dafür, was Menschen in konkreten familialen Anforderungen möglicherweise gelernt haben – und wie sich diese Lernerfahrungen für berufliche Aufgaben prüfen und einordnen lassen.
Welche elterlichen Erfahrungen lassen sich als informell erworbene Skills beschreiben – und unter welchen Bedingungen werden sie beruflich anschlussfähig?
Wiederkehrende Anforderungen in Familie und Care.
Eigenes Verhalten, Wirkung und Entwicklung erkennen.
Beobachtbares Handeln in eine präzise Skillsprache übersetzen.
Passung zu einer konkreten beruflichen Anforderung prüfen.
Erproben, rückmelden und im Zielkontext anerkennen.
Elternschaft ist ein möglicher informeller Lernraum – aber kein Kompetenznachweis an sich.
02 — SCOPE-Modell
Fünf Bereiche. Elf Skills. Ein differenziertes Profil.
SCOPE bildet den Kern des Parental SkillScan. Das Modell ordnet elterliche Handlungserfahrungen in fünf Bereiche ein, ohne aus der Elternrolle automatisch bestimmte Fähigkeiten abzuleiten.
Selbstführung
Eigenes Verhalten reflektieren, sich regulieren und auch unter Druck handlungsfähig bleiben.
Caring & Connection
Beziehungen verlässlich gestalten, Perspektiven aufnehmen und auch in Belastungen verbunden bleiben.
Orientierung geben
Komplexität strukturieren, priorisieren, Entscheidungen vermitteln und Richtung geben.
Partizipation ermöglichen
Entwicklung begleiten, Verantwortung teilen und andere zu eigenständigem Handeln befähigen.
Emotionsregulation & Kommunikation
Emotionen wahrnehmen und regulieren, Spannungen ansprechen und konstruktiv kommunizieren.
03 — Transferperspektive
Skills allein erklären noch keine berufliche Nutzung.
Der PSS verbindet die Beschreibung möglicher Skills mit Erwartungen, Identitätsintegration und tatsächlicher Nutzung. So wird aus einer Stärkenliste ein Modell beruflicher Anschlussfähigkeit.
Welche Skills zeigen sich?
Strukturierte Selbstbeschreibung möglicher elterlicher Handlungsmuster in fünf Bereichen.
Wird Transfer erwartet?
Spillover-Erwartung beschreibt, ob elterliche Erfahrungen als beruflich bedeutsam eingeschätzt werden.
Wie werden Rollen verbunden?
Work–Parent Identity Integration beschreibt die identitätsbezogene Brücke zwischen Elternrolle und Beruf.
Was wird tatsächlich genutzt?
Spillover-Erfahrung bildet Nutzung und Anerkennung elterlicher Skills im beruflichen Kontext ab.
Entscheidend ist die Passung: Ein Skill wird nicht schon dadurch beruflich relevant, dass er benannt ist. Er muss zu Aufgabe, Rolle, Situation und organisationalem Kontext passen.
04 — Wissenschaftlicher Status
Standardisiert entwickelt. Fortlaufend geprüft.
Der Parental SkillScan ist ein standardisiertes, theoriegeleitetes Selbstberichtverfahren im Rahmen eines fortlaufenden Forschungs- und Entwicklungsprogramms des WorkFamily-Instituts.
Der PSS ist anwendbar und dokumentiert. Neue Befunde, Anwendungserfahrungen und fachliche Rückmeldungen fließen zugleich in seine Weiterentwicklung ein.
- Theoretische ModellbildungInformelles Lernen, Work-Family-Enrichment, Transfer und Rollenidentität.
- SkalenentwicklungSCOPE sowie transfer- und identitätsbezogene Ergänzungsskalen.
- Psychometrische PrüfungReliabilitäten, Strukturen, Zusammenhänge und Referenzwerte.
- Profil- und RückmeldeformateErgebnisse werden als Reflexions- und Transferhypothesen eingeordnet.
- DokumentationWorking Papers, technische Berichte und Anwendungsmaterialien.
- Anwendung und EvaluationCoaching, Personalentwicklung, Reboarding und organisationale Lernprozesse.
05 — Fachliche Einordnung
Was der PSS ist – und was er nicht ist.
Die klare Abgrenzung schützt vor vorschnellen Zuschreibungen und vor einer Verwendung, für die das Verfahren nicht entwickelt wurde.
Der PSS ist …
- ein standardisiertes, theoriegeleitetes Selbstberichtverfahren,
- ein Reflexions- und Entwicklungsinstrument,
- ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm,
- eine differenzierte Sprache für mögliche elterliche Skills,
- eine Grundlage für Entwicklungs- und Transfergespräche.
Der PSS ist nicht …
- kein Intelligenztest und keine klinische Diagnostik,
- kein Persönlichkeitstest im engeren Sinn,
- kein Instrument zur Beurteilung von Elternschaft,
- kein Selektionsinstrument für Personalentscheidungen,
- kein Nachweis, dass Eltern automatisch bessere Mitarbeitende oder Führungskräfte sind.
Ergebnisse sind Ausgangspunkte für Reflexion, Erprobung und Kontextualisierung – keine abschließenden Urteile über eine Person.
06 — Klare Rollen
Forschung am WFI. Qualifizierung in der Akademie.
Die Trennung hält die Forschungsseite übersichtlich und macht zugleich klar, wo Anwendung und Qualifizierung stattfinden.
Erforschen und einordnen.
Modellbildung, Skalenentwicklung, psychometrische Prüfung, Working Papers und fachlicher Austausch.
Zur ForschungLernen und anwenden.
Qualifizierung von Anwender*innen, Training, Lizenzierung und Materialien für eine verantwortungsvolle Anwendung.
Zur PSS-Qualifizierung07 — Forschung & Publikationen
Entwicklung nachvollziehbar dokumentieren.
Working Papers und technische Berichte machen theoretische Grundlagen, Entscheidungen und Befunde des PSS-Forschungsprogramms zugänglich.
Strukturelle Anschlussfähigkeit elterlicher Skills an Führung und Zusammenarbeit
Theoretische Grundlagen, Skillbereiche und berufliche Anschlussfähigkeit des SCOPE-Modells.
PsychArchives öffnenSpillover-Erwartung, Nutzung und Anerkennung
Dokumentation der transferbezogenen PSS-Konstrukte SOE und SO sowie ihrer Rolle für berufliche Anschlussfähigkeit.
Veröffentlichung folgtParental Identity und Work–Parent Identity Integration im PSS
Empirische Befunde und methodische Folgerungen zur identitätsbezogenen Brücke zwischen Elternrolle und Beruf.
Zenodo öffnen08 — Häufige Fragen
Kurz geklärt.
Macht Elternschaft automatisch kompetenter?
Nein. Elternschaft kann ein intensiver Erfahrungsraum sein. Ob daraus stabile und beruflich relevante Skills entstehen, hängt unter anderem von Reflexion, wiederholter Anwendung, Transfer und Kontextpassung ab.
Was beschreibt der PSS?
Der PSS beschreibt mögliche elterliche Skills im SCOPE-Modell und ergänzt diese Perspektive um transfer- und identitätsbezogene Dimensionen wie SOE, SO und WPI.
Ist der PSS ein Persönlichkeitstest?
Nein. Der PSS ist ein standardisiertes, theoriegeleitetes Selbstberichtverfahren zur Beschreibung und Reflexion elterlicher Handlungsmuster. Er erfasst keine umfassende Persönlichkeitsstruktur.
Kann der PSS für Personalauswahl eingesetzt werden?
Nein. Der PSS ist kein Selektionsinstrument. Er dient Reflexion, Entwicklung, fachlicher Einordnung und der Vorbereitung von Transfergesprächen.
Wo finde ich Qualifizierungen zum PSS?
Qualifizierungen und Anwendungstrainings werden über die Akademie für angewandte Wirtschafts- und Familienpsychologie angeboten, während das WorkFamily-Institut Forschung und Entwicklung dokumentiert.
09 — Fachlicher Austausch
Elterliche Skills differenziert erforschen und verantwortlich nutzen.
Das WFI freut sich über Anfragen zu Forschungskooperationen, Veröffentlichungen und fachlichem Austausch zum Parental SkillScan.
