Buch · Springer 2024

Elterliche Skills in Organisationen

Ressourcenzentrierte Führung und Mitarbeit

Das Buch verbindet Forschung zu Arbeit und Familie mit Fragen der Personalentwicklung: Wie können Erfahrungen aus der Elternrolle als mögliche Ressourcen erkannt, reflektiert und in Organisationen verantwortungsvoll genutzt werden?

Buchcover Elterliche Skills in Organisationen von Joachim E. Lask und Nina M. Junker

Fachliche Grundlegung

Familie nicht nur als Belastung, sondern auch als möglichen Lernraum betrachten

Die Vereinbarkeitsdebatte richtet den Blick zu Recht auf Belastungen, Konflikte und notwendige Unterstützung. Das Buch ergänzt diese Perspektive um eine Ressourcenfrage: Welche Erfahrungen, Handlungsweisen und Lernprozesse können zwischen Familie und Beruf wechselseitig bereichernd wirken?

Der Perspektivwechsel besteht nicht darin, Eltern pauschal Fähigkeiten zuzuschreiben. Er besteht darin, mögliche Lernprozesse ernst zu nehmen und ihre tatsächliche Bedeutung im jeweiligen Arbeitskontext zu prüfen.

FRAGE 01

Was kann zwischen Rollen gelernt werden?

Das Buch beschreibt Parallelen zwischen Anforderungen in Familie, Mitarbeit und Führung und ordnet sie in die Forschung zu Work-Family-Enrichment ein.

FRAGE 02

Wie wird Erfahrung zur Ressource?

Erfahrungen allein genügen nicht. Entscheidend sind Reflexion, sprachliche Übersetzung, wiederholte Anwendung und die Passung zu konkreten Aufgaben.

FRAGE 03

Was können Organisationen ermöglichen?

Führung, Personalentwicklung und Organisationskultur beeinflussen, ob informell entwickelte Ressourcen sichtbar, erprobbar und fair nutzbar werden.

Vier miteinander verbundene Perspektiven

Die Argumentationslinie des Buches

Das Buch führt von verbreiteten Annahmen über berufstätige Eltern zu einer ressourcenorientierten Sicht auf Lernen, Führung und Personalentwicklung.

01 · STEREOTYPE

Berufstätige Eltern differenziert betrachten

Pauschale Defizit- wie auch pauschale Kompetenzannahmen greifen zu kurz. Belastungen, Ressourcen und Kontexte müssen unterschieden werden.

02 · ENRICHMENT

Das Beste aus zwei Lebensbereichen

Der Work-Family-Enrichment-Ansatz erklärt, wie Ressourcen aus einem Lebensbereich die Qualität des Erlebens oder Handelns in einem anderen unterstützen können.

03 · ENTWICKLUNG

Elterliche Skills als Entwicklungsfrage

Mögliche Skills werden nicht aus dem Status „Eltern“ abgeleitet, sondern aus konkreten Anforderungen, bewältigtem Handeln, Reflexion und Erprobung.

04 · ORGANISATION

Führung und Strukturen mitdenken

Ressourcenorientierung benötigt Offenheit, passende Aufgaben, psychologische Sicherheit, faire Regeln und eine Personalentwicklung, die informelles Lernen erkennen kann.

Nutzen für Praxis und Forschung

Was das Buch zur Diskussion beiträgt

Für Eltern und Beschäftigte

  • Erfahrungen konkretisieren: Nicht „Elternkompetenz“ behaupten, sondern Anforderungen, Handlungen und Wirkungen beschreiben.
  • Transfer prüfen: Fragen, wo eine Erfahrung beruflich tatsächlich passend und erprobbar ist.
  • Beide Lebensbereiche verbinden: Ressourcenflüsse können von Familie zu Arbeit und von Arbeit zu Familie verlaufen.

Für Führung und HR

  • Informelles Lernen einbeziehen: Entwicklung findet nicht ausschließlich in Trainings und formalen Rollen statt.
  • Keine Zuschreibungen vornehmen: Weder Potenziale voraussetzen noch Eltern auf ihre Familienrolle reduzieren.
  • Erprobung ermöglichen: Aufgabenpassung, Feedback, Anerkennung und Teamfairness gemeinsam gestalten.

Vom Buch zur laufenden Forschung

Fachliche Grundlage – und Ausgangspunkt weiterer Präzisierung

Das Buch bündelt den Forschungs- und Entwicklungsstand seiner Entstehungszeit. Die heutige Arbeit des WFI führt zentrale Fragen weiter: Wie werden mögliche Skills wahrgenommen? Wie werden sie zwischen Rollen übersetzt? Was unterstützt ihre tatsächliche Nutzung und Anerkennung – und an welchen persönlichen oder organisationalen Übergängen scheitert sie?

Wissenschaftliche Einordnung: Strukturelle Ähnlichkeiten zwischen Eltern-, Mitarbeitenden- und Führungsaufgaben sind noch kein Nachweis individueller Kompetenz. Selbsteinschätzungen sind keine objektiven Leistungstests. Und eine erwartete Übertragbarkeit belegt noch keine tatsächliche berufliche Nutzung. Deshalb unterscheidet das WFI heute konsequent zwischen Erfahrung, Reflexion, möglichem Skill, Transfererwartung, Erprobung, Nutzung und Anerkennung.

Bibliografische Angaben

Zum Buch

  • Autor*innenJoachim E. Lask · Nina M. Junker
  • TitelElterliche Skills in Organisationen
  • UntertitelRessourcenzentrierte Führung und Mitarbeit
  • Verlag · JahrSpringer Berlin, Heidelberg · 2024
  • UmfangXI, 170 Seiten
  • ISBN Softcover978-3-662-62563-7
  • ISBN eBook978-3-662-62564-4
  • DOI10.1007/978-3-662-62564-4 ↗

Publikationen und Fachdialog

Die Entwicklungslinie weiterverfolgen

Die Publikationsseite bündelt Bücher, Working Papers, Forschungsberichte und DOI-Nachweise. Das frühere Buch „Gute Eltern sind bessere Mitarbeiter“ macht den Ausgangspunkt der fachlichen Entwicklung sichtbar.

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