be:able
Digitale Skillreflexion im Alltag – wahrnehmen, benennen und einschätzen
Was wir im Alltag häufig tun, können wir nicht immer präzise benennen. be:able setzte deshalb bei konkreten Situationen an: Handeln dokumentieren, mögliche Skills auswählen, das Gelingen einschätzen und wiederkehrende Muster reflektieren.
Die App bestand bereits vor 2018, wurde in mehreren WFI-Projekten eingesetzt und bildet heute eine abgeschlossene Entwicklungsstufe. Sie war ein Reflexionsinstrument – kein objektiver Kompetenztest.
be:able auf einen Blick.
be:able war ein digitales Skilltagebuch des WorkFamily-Instituts. Es verband situationsbezogene Selbstbeobachtung mit sprachlicher Orientierung und strukturierter Selbsteinschätzung.
Erfolgreiches Handeln bleibt oft namenlos.
Informelles Lernen kann bei der Bewältigung konkreter Anforderungen in Alltag, Familie, Care, Ehrenamt, Sport oder Beruf stattfinden. Es verläuft häufig ohne Lehrplan, Zertifikat oder bewusste Lernabsicht – und bleibt deshalb sprachlich schwer greifbar.
Rollenbegriffe allein reichen nicht: Elternschaft, Care oder Ehrenamt sagen noch nichts darüber aus, wie eine Person tatsächlich handelt. be:able sollte Wahrnehmung und Benennung strukturieren, nicht Menschen automatisch klassifizieren.
Konkretes Geschehen betrachten
- eine konkrete Situation;
- das tatsächliche Handeln;
- die beobachtete Wirkung.
Sprache und Reflexion ergänzen
- einen passenden Begriff prüfen;
- Definition und Verhalten vergleichen;
- das Gelingen einschätzen;
- weitere Anwendungen und Rückmeldungen einbeziehen.
Die Situation war der Ausgangspunkt.
„Was machst du?“
Die Frage lenkte den Blick weg von pauschalen Selbstetiketten und hin zu beobachtbarem Verhalten. Erst danach wurden mögliche Skillbegriffe, Definitionen und Einschätzungen einbezogen.
Situation festhalten
Eine konkrete Alltagserfahrung zeitnah dokumentieren.
Handeln beschreiben
Festhalten, was die Person tatsächlich getan hat.
Skill auswählen
Einen plausiblen Begriff anhand von Definitionen prüfen.
Gelingen einschätzen
Die eigene Ausführung auf einer fünfstufigen Skala beurteilen.
Muster prüfen
Mehrere Situationen vergleichen und wiederkehrende Hinweise erkennen.
Tagebuch, Orientierung, Einschätzung und Feedback.
be:able wurde im Lauf der Entwicklung erweitert und für einzelne Projekte unterschiedlich konfiguriert. Deshalb waren nicht alle Funktionen zu jedem Zeitpunkt identisch verfügbar.
Konkretes Handeln mit Überschrift und Erläuterung festhalten.
Begriffe anhand von Definitionen und verhaltensnahen Beschreibungen prüfen.
Den eigenen Einsatz eines ausgewählten Skills subjektiv beurteilen.
In späteren Versionen freiwillig eine Fremdeinschätzung per Einmal-Link anfragen.
Eigene Einträge, Kontexte und Einschätzungen zusammenfassen.
Vorhandene App, projektbezogen angepasst.
be:able wurde nicht im Hessenstiftungsprojekt entwickelt. Die bereits vorhandene App wurde 2018 inhaltlich und optisch angepasst, eingesetzt und als Teil eines kombinierten Programms explorativ ausgewertet.
Die Projektversion enthielt laut Bericht einen Katalog mit 46 Skillbegriffen. Zu jeder dokumentierten Situation konnten mehrere Skills ausgewählt und drei subjektive Einschätzungen vorgenommen werden: „Gelingt mir gut“, „Macht mich zu einer besseren Mitarbeiterin beziehungsweise einem besseren Mitarbeiter“ und „Will ich weiter trainieren“.
An der Eingangsbefragung nahmen 23 Personen aus sieben kleinen Unternehmen teil; 18 beteiligten sich an der zweiten Befragung. Die Zahlen 84 und 350 beziehen sich auf unterschiedliche Einheiten: Situationen einerseits, darin vorgenommene Skill-Auswahlen und -Einschätzungen andererseits.
Wie hängt Nutzung mit der Sprache für Skills zusammen?
Die Pilotstudie „Scan Your Skills“ fragte, ob Personen ihre informell eingesetzten Skills definitionsnäher und verhaltensbezogener beschreiben konnten, wenn sie be:able häufiger nutzten.
Eigene Worte statt Auswahlantwort
Die Teilnehmenden beschrieben selbst, was der ausgewählte Skill für sie bedeutete.
Trainierte Rater*innen prüften die Nähe
Beurteilt wurden die Übereinstimmung mit der allgemeinen Skilldefinition und mit verhaltensnahen Beschreibungen. Es handelte sich nicht um automatische Text- oder KI-Analyse.
Die Stichprobe umfasste 28 Frauen (M = 39,0 Jahre; SD = 11,0) und sechs Männer (M = 41,3 Jahre; SD = 12,1). Die damalige Erhebung bildete Geschlecht binär ab.
Häufigere Nutzung ging mit präziseren Beschreibungen einher.
In der kleinen Pilotstichprobe hing häufigere App-Nutzung mit definitionsnäheren Skillbeschreibungen zusammen. Die beiden Ergebnisse betrachten unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe.
Positiver Zusammenhang zwischen Nutzungshäufigkeit und Übereinstimmung der freien Beschreibung mit der allgemeinen Definition.
Positiver Zusammenhang zwischen Nutzungshäufigkeit und Übereinstimmung mit verhaltensnahen Beschreibungen.
Es gab keine zufällige Zuweisung verschiedener Nutzungsintensitäten. Motivation, Reflexionsinteresse, Sprachvermögen, Ausgangswissen oder weitere unbeobachtete Merkmale können die Zusammenhänge mit beeinflusst haben.
Reflexionspotenzial statt Kompetenzbeweis.
Nutzung, subjektive Selbsteinschätzung und extern beurteilte Skillbeschreibung sind drei verschiedene Ergebnisebenen. Sie dürfen nicht zu einer einheitlichen „Wirksamkeit der App“ zusammengezogen werden.
mögliches Reflexionspotenzial
- Nutzen wiederholter Selbstbeobachtung
- sprachliche Präzisierung
- Bedeutung verhaltensnaher Definitionen
- Unterstützung informeller Lernreflexion
objektive Kompetenz oder Wirkung
- objektiven Skillerwerb
- tatsächliche berufliche Leistung
- nachhaltigen Transfer
- automatische Führungskompetenz
- Produktivitätssteigerung
- diagnostische Validität der App
Kleine Pilotprojekte, begrenzte Reichweite.
Die Untersuchungen waren auf Entwicklung und erste Exploration ausgerichtet. Ihre Grenzen gehören deshalb sichtbar zur fachlichen Einordnung.
Reflexion braucht Freiwilligkeit und Schutz.
Ein digitales Skilltagebuch berührt private Situationen und persönliche Deutungen. Auch als historische Dokumentation bleibt deshalb entscheidend, unter welchen Bedingungen ein solcher Ansatz verantwortbar ist.
Persönliche Hoheit
Situationen und Einträge gehören der jeweiligen Person.
Keine Arbeitgeberansicht
Führung und HR erhalten keinen automatischen Zugriff auf Tagebuchinhalte.
Feedback nur auf Einladung
Fremdeinschätzungen setzen eine aktive, freiwillige Einladung voraus.
Keine Personalbewertung
Einträge gehören nicht in Auswahl, Leistungsakte oder Beförderungsentscheidung.
Von der Frage des informellen Lernens zur digitalen Skillreflexion.
Die Chronik beschreibt eine fachliche Entwicklungslinie. Sie behauptet weder eine durchgehend lineare technische Versionsfolge noch, dass be:able bereits 2012 eingesetzt wurde.
Informelles Lernen in der Personalentwicklung
Ein erstes Hessenstiftungsprojekt untersuchte die systematische Nutzung informellen Lernens in kleinen und mittleren Unternehmen. be:able wurde dort nach heutiger Quellenlage weder eingesetzt noch entwickelt.
be:able besteht bereits
Das digitale Skilltagebuch wird entwickelt. Ein exaktes Einführungsjahr wird mangels hinreichend belastbarer Quelle nicht behauptet.
Anpassung und Einsatz im Hessenstiftungsprojekt
Die vorhandene App wird in ein Workshop- und Evaluationsprogramm eingebettet und von einer kleinen Pilotgruppe genutzt.
Pilotstudie „Scan Your Skills“
be:able wird zwei Wochen lang als Wahrnehmungs- und Reflexionsinstrument eingesetzt. Untersucht wird der Zusammenhang zwischen Nutzungshäufigkeit und Präzision freier Skillbeschreibungen.
Fachliche Dokumentation
Funktionsweise und Pilotbefunde werden in „Elterliche Skills in Organisationen – Ressourcenzentrierte Führung und Mitarbeit“ ausführlich eingeordnet.
Abgeschlossenes Entwicklungsprojekt und Archiv
be:able wird als historischer Baustein der WFI-Instrumenten- und Forschungslinie dokumentiert – nicht als aktuelles App-Angebot.
Andere Instrumente, dieselbe Grundfrage – differenzierter gestellt.
Wie werden informell entwickelte oder eingesetzte Handlungsressourcen wahrnehmbar, sprachlich zugänglich und beruflich anschlussfähig? Spätere WFI-Projekte beantworten jeweils einen anderen Teil dieser Frage.
Scan Your Skills
Untersucht wiederholte Skillbenennung und Reflexion; kein Testverfahren.
Parental SkillScan
Standardisiertes, theoriegeleitetes Verfahren mit Report; kein Tagebuch und kein Eignungstest.
Work-Parent Identity
Untersucht die erlebte Verbindung von Elternrolle und beruflichem Selbstverständnis.
SKILL-GATE
Untersucht Bedingungen für Wahrnehmung, Übersetzung, Erprobung und legitime Nutzung.
Scan Your Skills – GPT
Entwickelt situationsbezogene Skill-Hypothesen und Transferfragen; keine automatische Kompetenzerkennung.
Projektberichte, Forschung und heutige Anschlüsse.
Historische Materialien dokumentieren den jeweiligen Entwicklungsstand. Aktuelle WFI-Seiten führen die Forschungsfragen mit präziseren Konstrukten und klareren Grenzen weiter.
Projekte und Studie
Themen und Projekte
Elterliche Skills in Organisationen
Joachim E. Lask & Nina M. Junker (2024): Elterliche Skills in Organisationen – Ressourcenzentrierte Führung und Mitarbeit.
Kapitel 6.4 dokumentiert die be:able-Logik und die Pilotbefunde im fachlichen Zusammenhang.
Sie interessieren sich für die Entwicklung digitaler Reflexionsinstrumente oder für Forschung zu informellem Lernen und Skilltransfer?
Das WorkFamily-Institut verbindet wissenschaftliche Einordnung mit der Frage, unter welchen Bedingungen Reflexion, Transfer und organisationale Nutzung verantwortbar gestaltet werden können.
